Geschichte
1640 wurde die Gaststätte erstmalig in der Kirchengeschichte der Gemeinde St. Laurentii erwähnt. Nachdem Max „Macke“ Carlsen den Gasthof kurz vor dem zweiten Weltkrieg übernahm, machte er insbesondere nach dem Krieg aus den Gasthof das, was er heute ist, ein Haus mit Tradition und Treffpunkt für die Gemeinde Oldsum, Föhr Land und deren Gäste. Bis heute ist es im Besitz der Familie Carlsen und wird von Familie Kei Skora verantwortungsvoll und im Sinne von Macke weiter geführt.
So fühlt man sich dem Ort und den Landgemeinden verpflichtet und richtet für sämtliche Vereine, Institutionen und Einrichtungen deren Veranstaltungen und Festlichkeiten aus. Der Schwerpunkt liegt zwar auf dem Restaurantbetrieb, aber es wurde der Treffpunkt für alle Bürger der Gemeinden Föhr-West und insbesondere von Oldsum etabliert.
Vor und nach dem zweiten Weltkrieg gab es eine große Auswanderungswelle von Föhrern nach Amerika. Schon zu dieser Zeit war das Gasthaus in Oldsum, damals hieß es noch nordfriesischer Gasthof, Treffpunkt für alle Föhrer. Eine Auswanderung war damals mit vielen organisatorischen Problemen behaftet. Durch die vielen Gespräche arbeitet sich Macke in die Problematik ein und half vielen ausreisewilligen bei der Planung und Durchführung der Auswanderung. Er verschaffte Visa, Schiffspassagen, klärte Reisemodalitäten und organisierte Umzüge. Manchen leihte er sogar Geld um nach Amerika umzusiedeln. Aus der Not geboren entstand ein Reisebüro, das im Föhr-Amrumer Reisebüro in Wyk mündete. Das Reisebüro gibt es noch heute in der Mittelstraße.
Macke war ein Organisationstalent, so hat er nicht nur das Wirtshaus und das Reisebüro betrieben, nein er war auch Bürgermeister von Oldsum und ist mitverantwortlich dafür, das Oldsum an das öffentlich Strom- und Wassernetz angeschlossen wurde. Ebenso war ein Gründervater des WBV Föhr (Wasserbeschaffungsverband).
Eine Tradition, die auch noch heute im Ual Fering Wiartshüs fortgeführt wird, ist dass das Lokal Treffpunkt für die Hualewjonken ist. Die Hualewjonken treffen sich seit 1901 im heutigen Raucherraum unseres Gasthofes um zu Klönen, zu Spielen und zum geselligen Beisammensein. Hualewjonken ist Friesisch und bedeutet „Im Halbdunklen“ und dabei handelt es sich um eine Gruppe unverheirateter Männer bis 30 Jahre, die sich regelmäßig in der Gruppe zusammenfinden. Zutrittsberechtigt zu dieser Gruppe sind Jugendliche übrignes nach der Konfirmation. Früher und auch noch heute trifft man sich in der Dämmerung, daher der Name. Gegründet wurden die Hualwjonken allerdings bereits um 1800 und die erste schriftliche Erwähnung fanden die Hualewjonken in Oldsum am 13. April 1881. Der Brauch geht eigentlich auf die Walfängerzeit zurück. Die Seeleute kamen im Oktober zurück auf die Insel und lernten tagsüber mit dem Pastor Navigation, Schifffahrts- und Wetterkunde um in der nächsten Walfangsaison eine höhere Position an Bord des Walfängers zu bekommen und mehr Geld mit nach Hause nehmen konnten. Abends traf man sich dann mit den unverheirateten Kollegen.
Eine Tradition der Hualewjonken war das „Ausschießen“. Hierbei wurde es von den Männern geduldet das ein unverheirateter Mann sich sieben Mal mit der gleichen Frau treffen konnte. Beim siebten Treffen haben sich die Hualewjonken vor dem Haus versammelt und als Signal diente der Schuss aus einer Schrotflinte. Sodann stürmten alle Hualewjonken das Haus und stellten den Freier zur Rede. Dabei gab es zwei Möglichkeiten, die keinen Widerspruch duldeten: Entweder der junge Mann wollte sich sofort mit der Geliebten verloben oder er wurde, wenn er das nicht wollte, sofort mit der Mistkarre aus dem Dorf gefahren. Diesen Brauch gibt es in der Form allerdings heute nicht mehr…
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